Geschichte

Die Geschichte Polens setzt im zehnten Jahrhundert mit der Zeit der Piasten (um 960-1386) ein. Annahme des Christentums durch die Taufe 966 führte zur Christianisierung Polens und schützte das Land vor Fremdmissionierung.  Seit dem Spätmittelalter bis in die Neuzeit bestand durch eine Personalunion eine dynastische Verbindung mit Litauen. Ab 1386 brachte die Union mit dem Großfürstentum Litauen unter dem von dort stammenden Herrschergeschlecht der Jagiellonen (1386–1572) den Aufstieg zu einer europäischen Großmacht, deren Staatsgebiet von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer, reichte. Ab 1569 wurde die Union Polens mit Litauen in einem gemeinsamen Staat gefestigt. Die von 1572 bis 1795 bestehende Adelsrepublik manifestierte sich als Wahlmonarchie. Im 16. und 17. Jahrhundert entstand eine hohe parlamentarische Kultur mit umfangreichen Adelsrechten. Die gefolgte Schwächung des polnischen Staates, die diplomatische und militärische Einmischung der Nachbarstaaten, des Kaiserreichs Russland, des Königreichs Preußen und der Habsburgermonarchie, bewirkte schließlich den vollständigen Zusammenbruch des Staates durch drei Teilungen in den Jahren 1772, 1793 und 1795. Dadurch verschwand Polen von 1795 bis 1918 als souveräner Staat von den Landkarten Europas.

Nach der staatlichen „Wiedergeburt“ als Zweite Republik nach Ende des Ersten Weltkrieges im Jahr 1918 war die polnische Geschichte durch eine mühsame staatliche Reorganisation und mehrere militärische Konflikte mit nahezu allen Nachbarstaaten gekennzeichnet. Die beiden Diktatoren Hitler und Stalin vereinbarten Ende August 1939 die erneute Aufteilung Polens. Auf den Polenfeldzug der Wehrmacht, den Beginn des Zweiten Weltkriegs, und die sowjetische Invasion Ostpolens folgten Jahre der deutschen und der sowjetischen Besetzung. Im Zweiten Weltkrieg starben etwa sechs Millionen Polen. Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht wurde das nach Westen verschobene Polen unter massivem sowjetischem Einfluss eine Volksrepublik und Teil des Ostblocks und ein (für die Sowjetunion nicht immer bequemer) Satellitenstaat. Der politische Umbruch im Jahr 1989, als Folge der Solidarność-Bewegung, machte den Weg für die Dritte Republik frei; diese wurde 1999 Mitglied der NATO und 2004 der Europäischen Union.

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