Wirtschaftsbeziehungen

Die Beziehungen zwischen Bayern und China sind partnerschaftlich und vertrauensvoll. Besonders intensiv und stark sind die Wirtschaftsbeziehungen.

China ist weltweit der größte und wichtigste Handelspartner Bayerns. Viele bayerische Unternehmen sind in China aktiv. Umgekehrt lassen sich auch zunehmend chinesische Unternehmen in Bayern nieder.

Mit zahlreichen Städte- und Regionalpartnerschaften sind die bayerisch-chinesische Beziehungen immer intensiver geworden. Drei bayerische Repräsentanzen sind seit Jahren in China eingerichtet und pflegen die Kontakte zu weiteren Provinzen.

Der akademische Austausch und die wissenschaftliche Kooperationen spielen bei den bayerisch-chinesischen Beziehungen auch eine immer wichtigere Rolle.

HANDELSBEZIEHUNGEN BAYERN – CHINA

Im Jahr 2020 betrug das bilaterale Handelsvolumen zwischen Bayern und China insgesamt 33,9 Milliarden Euro. Allein der Export nach China ist nach rasanten Zuwächsen im Vorjahr von 16,7 auf 15,7 Milliarden Euro etwas gesunken; der Import aus China ist gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro gestiegen.

Mehr als 2.000 bayerische Unternehmen haben enge wirtschaftliche Beziehungen zu China. Das wachsende Interesse bayerischer Unternehmen an China zeigt sich auch darin, dass Bayern in den letzten Jahren stets mit einem Fünftel an den gesamtdeutschen Ausfuhren nach China beteiligt war.

Alle bayerischen Wirtschaftsminister haben in den zurückliegenden Jahren mehrmals Delegationsreisen nach China unternommen. Der ehemalige Ministerpräsident Horst Seehofer besuchte China 2014 und 2017, jeweils mit einer großen Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger besuchte im November 2019 Shanghai und Guangdong.

 

Hier finden Sie die aktuellen Handelszahlen Bayern – China. PDF (346 KB)

CHINA – STANDORT BAYERISCHER UNTERNEHMEN

Über 100 bayerische Unternehmen haben bereits seit Jahren eigene Produktionsstätten in China. Ungefähr 600 bayerische Unternehmen haben Niederlassungen und Handelsvertretungen in China eingerichtet.

Darunter sind nicht nur die bekannten internationalen bayerischen Unternehmen wie Siemens, Audi, BMW, Allianz, MTU, Airbus, Munich RE/Ergo, MAN, sondern auch viele mittelständische Unternehmen, die über ein großes Potenzial verfügen, wie zum Beispiel Knorr Bremse und die Diehl Gruppe.

DIREKTFLUG BAYERN CHINA

Vom Flughafen München werden pro Woche 32 Direktflüge zu den chinesischen Metropolen Peking, Shanghai und Hongkong angeboten, welche den intensiven Geschäftsverkehr zwischen Bayern und China möglich machen. Durch mehrere Direktflüge vom Flughafen Frankfurt sind Qingdao, Shenzhen und Chengdu ebenfalls schnell von Nordbayern zu erreichen. (Hinweis: Diese Angabe bezieht sich auf den Flugplan vor Auftreten der Covid19-Pandemie.)

REGIONALE KOOPERATIONEN UND ALLIANZEN

Die regionalen Kooperationen zwischen Bayern und China haben sich trotz der großen Entfernung über die Jahre lebendig und gesund entwickelt. Bayern hat Provinzpartnerschaften seit 1987 mit Shandong und seit 2004 mit Guangdong abgeschlossen. Seit 2017 hat Bayern die freundschaftlichen Kooperationsbeziehungen mit Sichuan aufgebaut.

Die Provinz Shandong, die sich Qi und Lu nennt, wird seit der Zhou-Dynastie (1046 v. Chr. –771 v. Chr.) als Kerngebiet Chinas angesehen. Qingdao, das Wirschaftszentrum der Provinz Shandong, war von 1897 bis 1914 deutsche Kolonie. Die Provinz Guangdong befindet sich im Perlflussdelta und wird seit jeher als traditionelles Tor von China nach Europa und in die arabischen Welt betrachtet. Die Provinz Sichuan ist die stärkste Industriebasis Westchinas mit den vollständigsten Industriekategorien und den vorteilhaftesten Produkten. Die Provinzen Shandong, Guangdong und Sichuan sind verlässliche Partner, die eine beeindruckend dynamische Wirtschaftsentwicklung vorweisen können und über ein reiches kulturelles Erbe verfügen. Bayern betreibt insgesamt drei Repräsentanzen in den drei Provinzen, eine seit 1997 in Shandong, eine seit 2013 in Guangdong und eine seit 2018 in Sichuan.

Mit 19 Städte- und Regionalpartnerschaften sind die bayerisch-chinesischen Beziehungen sehr eng. Besonders aktiv sind die Städtepartnerschaften zwischen den Regionen Nürnberg-Shenzhen, Regensburg-Qingdao, Ingolstadt-Foshan und Augsburg-Jinan.

Die Kooperation zwischen Bayern und China zeigt sich in einem breit gefächerten Programm aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Handfeste Ergebnisse haben der Zusammenarbeit wertvolle Impulse für die Zukunft gegeben, z.B. die Eröffnung des German Centres in Shanghai (1994), Taicang (2016) und Qingdao (2016) und das Kooperationsprojekt zwischen der deutschen und der chinesischen Staatsregierung, Sino-German-EcoPark in Qingdao.

WISSENSCHAFTLICHE KOOPERATION

Mit über 188 Hochschulpartnerschaften zwischen Bayern und China spielen der akademische Austausch und die wissenschaftliche Kooperationen bei den bayerisch-chinesischen Beziehungen eine immer wichtigere Rolle. Inzwischen stellen ca. 4000 chinesische Studierende den größten Anteil außereuropäischer Studierender in Bayern dar.

Das bayerische Hochschulzentrum für China und die Bayerische EliteAkademie arbeiten eng mit den bayerischen Repräsentanzen in China zusammen und entsenden jedes Jahr Delegationen von bayerischen Studierenden nach China.

CHINA IN BAYERN

Die Zahl der Chinesen in Bayern wurde im Jahr 2019 auf über 23.500 geschätzt und steigt kontinuierlich an. Damit bilden die Chinesen eine große Gemeinschaft in Bayern.

Seit Jahren ist China eines der drei wichtigsten Herkunftsländer für ausländische Investitionen in Bayern. Bis jetzt haben sich ca. 400 chinesische Unternehmen in Bayern niedergelassen, darunter viele große High-Tech Unternehmen, wie zum Beispiel Huawei, Alibaba, Nio und Weichai.

Die Branchenschwerpunkte chinesischer Investitionen in Bayern sind:
•  Automotive und Automobilzulieferung,
•  Maschinen- und Anlagenbau,
•  ICT, Elektronik, Automation und Sensorik und
•  Medizintechnik, Bio- und Life Science.