Fakten

Mexiko zählt mit circa 125 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von 1,15 Billionen USD (2017) zu den größten Volkswirtschaften der Welt (Platz 14). Mit einem Handelsvolumen von 830 Milliarden USD (2017) ist das Land nach den USA und knapp hinter Kanada die drittgrößte Handelsmacht in Amerika.

Außerdem ist Mexiko nach den USA der bedeutendste und am weitesten diversifizierte Industriestandort in Amerika. Wirtschaftlich und geographisch gehört Mexiko zu Nordamerika und ist aufgrund seiner Geschichte Teil des spanischsprachigen Lateinamerikas. Als Mitbegründer der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA ist Mexiko in Lateinamerika seit über 25 Jahren Vorreiter einer offenen, freihandelsorientierten Wirtschaftspolitik.

Als unmittelbarer Nachbar ist Mexiko den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Einflüssen der USA deutlich stärker ausgesetzt als die Länder Südamerikas. Das geschäftliche Denken und Handeln ist trotz südländischer Umgangsformen und der Bevorzugung der spanischen Sprache stark US-amerikanisch geprägt.

 

 

Zahlen und Daten

  • Amtliche Bezeichnung: Vereinigte Mexikanische Staaten (Estados Unidos Mexicanos)
  • Hauptstadt: Mexiko Stadt (Ciudad de México)
  • Staatsform: Föderale Präsidialrepublik: 32 Bundesstaaten
  • Präsident: Enrique Peña Nieto (2012-2018)
  • Landesfläche: 1,97 Millionen km2, davon machen 11.500 km Küstengebiet aus. Die Grenze zu den USA verläuft über eine Länge von 3.234 km.
  • Einwohner 2017: 124 Millionen (Einwohner 1950: 26 Millionen)
  • Bevölkerungswachstum 2017: 1,1%
  • Bruttoinlandsprodukt 2017: 1.149 Milliarden USD
    • BIP/EW (2017): 9.304 USD
    • BIP- Wachstum (2017): + 2,3%
    • BIP-Wachstum (2016):  + 2,2%
  • Exporte 2017: 409,5 Milliarden USD
  • Importe 2017: 420,4 Milliarden USD
  • Handelsvolumen 2017: 830 Milliarden USD (Handelsvolumen 2008: 600 Milliarden USD)
  • Inflationsrate (2017): 6,0%
  • Haushaltssaldo [%BIP] 2017: - 2,5%
  • Bruttostaatsverschuldung [%BIP] 2017: 54%

Geographie und Bodenschätze

Mit 1.972.550 km² Fläche erstreckt sich Mexiko vom 14. bis zum 32. nördlichen Breitengrad. Das Land liegt zwischen Atlantik und Pazifik und hat über 11.500 km Küsten. Weite Teile Mexikos werden von Hochebenen und Bergländern eingenommen mit einer durchschnittlichen Höhe von 2.000 bis 2.500 m. Die höchste Erhebung ist weit über 5.000 m hoch.

Das breite Spektrum der Landschaften Mexikos reicht von Regenwäldern über Wüsten und Palmenstränden bis hin zu schneebedeckten Vulkanen. Das Klima Mexikos wird vom Wechsel zwischen der sommerlichen Regenzeit und der winterlichen Trockenzeit geprägt. Aufgrund der Höhenlage herrschen in Zentralmexiko gemäßigte Temperaturen vor.

Die vielfältigen Landschaften und Klimazonen ermöglichen den Anbau und Export unterschiedlichster Agrarprodukte. Mexiko ist auch reich an Bodenschätzen. Das traditionelle Bergbauland ist der wichtigste Silberproduzent der Welt und nimmt auch bei anderen Mineralien wie Bismut, Blei, Cadmium, Coelestin Gold, Kupfer, Molybdaen, Wollastonit oder Zink eine Spitzenstellung ein. Außerdem ist Mexiko der  zehntgrößte Erdöl-Produzent weltweit.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Mexikos ist von 26 Millionen im Jahr 1950 auf 124 Millionen im Jahr 2017 gewachsen. Obwohl die jährliche Wachstumsrate inzwischen nur mehr rund ein Prozent beträgt, bleibt Mexiko der „demographische Bonus“ einer jungen Bevölkerung noch die nächsten Jahrzehnte erhalten. Rund 27 Prozent der Mexikaner sind jünger als 15 Jahre, nur sieben Prozent über 65 Jahre alt.

Die Bevölkerung ist ungleichmäßig über das Land verteilt. Gut die Hälfte lebt in Zentralmexiko, jeweils ein Viertel in Nord- und in Südmexiko.

  • In der Metropolregion von Mexiko Stadt leben weit über 20 Millionen Menschen,
  • im zweitgrößten Ballungsraum Guadalajara über fünf Millionen,
  • im Großraum Monterrey an die vier Millionen,
  • im Städtekorridor des Bajío (von Querétaro bis León) um die vier Millionen und
  • in der Metropolregion Puebla-Tlaxcala über drei Millionen Einwohner.

Daneben sind insbesondere in Nordmexiko einige Millionenstädte herangewachsen.

Wirtschaft

Mexiko setzt seit über 25 Jahren konsequent auf makroökonomische Stabilität und eine offene Volkswirtschaft. Die Staatsverschuldung ist im internationalen Vergleich gering. Die mexikanische Wirtschaft erreichte 2011 und 2012 ein Wachstum von rund vier Prozent, im Jahr 2013 schwächte sich das Wachstum auf ein Prozent ab, stieg dann aber in den Jahren 2014 bis 2017 wieder auf über 2% an.

Motor der Konjunktur ist vor allem der Export. Der Binnenmarkt hat noch Entwicklungspotenzial. Die aktuellen Strukturreformen sollen die Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken und die Wertschöpfung in allen Landesteilen und Sektoren erhöhen. Eine große Herausforderung bleibt die Schattenwirtschaft, der so genannte „informelle Sektor“.  

Das Handelsvolumen Mexikos ist seit 1990 von 58 auf 830 Milliarden USD (2017) angestiegen, wobei die Exporte und Importe gleichermaßen gewachsen sind. Bei den Importen ist der Anteil der USA von 75 Prozent (1998) auf knapp unter 50 Prozent gesunken.

Bei den Exporten bleiben die USA mit einem Anteil von 80 Prozent nach wie vor der größte Abnehmer. Rund 80 Prozent der mexikanischen Exporte werden mit Industrieprodukten erzielt. Zu den wichtigsten Warengruppen zählen elektronische Produkte, Fahrzeuge und mechanische Apparate. Bei der Komplexität der exportierten Produkte liegt Mexiko gleichauf mit China und weit vor allen Ländern Lateinamerikas.
Der Anteil technologischer Produkte am BIP liegt bei über 17 Prozent. Mexiko ist aber auch ein wichtiger Exporteur von Erdöl, Bergbauerzeugnissen und Agrarprodukten.

Zahlreiche internationale Unternehmen haben sich für Mexiko als Produktionsstandort entschieden. Kein Wunder, denn Mexiko zählt zu den zehn vertrauenswürdigsten Investitionsstandorten weltweit. Bei den Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten (Doing Business Report der Weltbank u.a.) liegt Mexiko vor den BRIC-Staaten.

Neben einem Netz von Freihandelsabkommen, seiner strategischen Lage und einer ausgebauten Infrastruktur bietet Mexiko weitere Vorteile: Das Land verfügt über ein großes Potenzial motivierter und vergleichsweise gut qualifizierter Arbeitskräfte. Aufgrund der moderaten Lohnentwicklung konnte Mexiko bei den Kosten seine Wettbewerbsposition verbessern. Der durchschnittliche Kostenvorteil Mexikos gegenüber den USA liegt bei etwa 20 Prozent.

Staat und Verwaltung

Die „Vereinigten Mexikanischen Staaten“ (Estados Unidos Mexicanos) wie Mexiko offiziell heißt, sind eine föderale Präsidialdemokratie mit einer strikten Trennung zwischen Regierung, Parlament (Senat und Abgeordnetenkammer) und Justiz. Der direkt vom Volk mit einfacher Mehrheit gewählte Präsident ist Staatsoberhaupt und Regierungschef. Einen Vizepräsidenten kennt die mexikanische Verfassung nicht. Die Amtszeit ist auf eine Periode von sechs Jahren begrenzt, eine Wiederwahl nicht zulässig. Für die Periode 2012-2018 hat Enrique Peña Nieto das Präsidentenamt inne.

Die Vereinigten Mexikanischen Staaten setzen sich aus 31 Bundesstaaten und einem Bundesdistrikt (Distrito Federal) zusammen, der in den nächsten Jahren nach der Ausarbeitung einer eigenen Verfassung zum 32. Bundesstaat wird. Die Bundesstaaten werden von direkt gewählten Gouverneuren mit sechsjähriger Amtszeit ohne Wiederwahl regiert. Die Gesetzgebung liegt bei der örtlichen Abgeordnetenkammer. Die unterste Verwaltungsebene bilden die über 2.500 Municipios (Gemeinden). Die Einwohnerzahl der Municipios bewegt sich zwischen wenigen Hundert bis mehrere Millionen. Die Wahlperiode der Gemeindegremien beträgt drei Jahre.

Die Amtssprache in Mexiko ist Spanisch, zusätzlich existieren 62 anerkannte indigene Sprachen. Die offizielle Währung Mexikos ist der Mexikanische Peso (MXN).

Möglichkeiten