Geschäftschancen

Trotz der gesunkenen Ölpreise ist die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) relativ stabil. Die Prognose für das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahren ist positiv. Geschäftschancen ergeben sich vor allem im Zuge der wirtschaftlichen Diversifikationsbemühungen in den Emiraten. Schlüsselsektoren sind Logistik, Handel, Veranstaltung von Messen, Tourismus und Finanzdienstleistungen, aber auch energie- und kapitalintensive Industriezweige (Stahl, Aluminium, Petrochemie) und Hochtechnologie (Mikrochipproduktion, Erneuerbare Energien). In diesen Sektoren könnten die VAE schon bald ein wichtiger Absatzmarkt bzw. Kooperationspartner für bayerische Firmen werden. Bayerische Technologie wird auch bei der angestrebten Diversifikation der Energieversorgung in den VAE gefragt sein.

Ein weiterer Meilenstein im Diversifizierungsprozess ist der Aufbau eines regionalen Hubs im Bereich Medizin. Eine Vorreiterrolle hat dabei das Emirat Abu Dhabi eingenommen. Abu Dhabi gelang es international namenhafte Kliniken anzusiedeln. Dazu zählen das John Hopkins University Hospital und die Cleveland Clinic. Die Cleveland Clinic verwaltet seit 2007 das größte staatliche Krankenhaus. Weitere geplante Krankenhausprojekte in Dubai und Abu Dhabi sowie in den nördlichen Emiraten bieten Raum für medizinische Dienstleistungen und Medizintechnik.

Die VAE importieren circa 90 Prozent ihrer Lebensmittel, wobei der Pro-Kopf-Nahrungsmittelkonsum in den VAE jährlich bei 1.486 Kilogramm liegt. Seit 2009 wächst der Lebensmitteleinzelhandelsumsatz pro Jahr um etwa 4,7 Prozent (2015). Der steigende Konsum kann unter anderem auf die wachsende Bevölkerung  (circa +2,6 Prozent in 2016), den zunehmenden Lebensstandard und ein steigendes Einkommen (rund 36.000 US-Dollar pro Kopf 2015) zurückgeführt werden. Der zunehmende Tourismus, insbesondere im Hinblick auf die Expo 2020, sowie die Positionierung als einer der wichtigsten Handelshubs lassen ein weiteres Wachstum prognostizieren. Zahlreiche bayerische Anbieter interessieren sich für den Markt oder haben sich bereits erfolgreich positioniert. Dieses gilt besonders für Produkte aus biologischem Anbau. 

Neben guten Geschäftschancen in der Solarbranche besteht zunehmend Potential im Bereich der Energieeffizienz, welches mit sinkenden Subventionen im Wasser- und Elektrizitätsbereich zu begründen ist. Die Einführung energieeffizienter Baustandards, wie der lokale Standard Estidama, zeigen erste Trends in der Branche auf. Hinzu kommt die Einrichtung einer Behörde, Etihad Energy Service Company (Etihad ESCO), die Unternehmen aus dem Bereich energieeffizientes Management für den lokalen Markt lizensiert. Auch der Beleuchtungsmarkt setzt auf energieeffiziente Technologien. Dort haben sich einige deutsche Unternehmen gut platziert und nutzen die seit 2015 eingeführte Regelung, dass konventionelle Glühbirnen mit LED Technologien ersetzt werden müssen. Die Einführung eines Solardachprojektes eröffnet ebenfalls einer Reihe von deutschen und bayerischen Unternehmen neue Marktchancen.

Möglichkeiten