Fakten

Die Ukraine gehört mit ihren ca. 41,9 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von rund 150,4 Milliarden USD (2019) zu den noch wenig entfalteten Potentialen in Osteuropa. 2008 trat die Ukraine der WTO bei.

Aktuelle Wirtschaftssituation-2020: Der Lockdown und die schwache globale Konjunktur führen zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts der Ukraine in diesem Jahr. Ab 2021 wird die ukrainische Wirtschaft voraussichtlich wieder wachsen.

In ihrem Inflationsbericht von April 2020 rechnet die ukrainische Nationalbank 2020 mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um real 5 Prozent. Andere Analysten erwarten einen noch größeren Rückgang, darunter die Economist Intelligence Unit (EIU) mit -6 Prozent, das German Economic Team (Externer Link) Neues Fenster zur https://www.german-economic-team.com/ukraine/wp-content/uploads/sites/7/GET_UKR_PS_01_2020.pdf (Basisszenario) mit -7 Prozent und der Internationale Währungsfonds (IWF) mit -7,7 Prozent.

Ursächlich für den Einbruch sind die seit Mitte März 2020 geltenden Corona-Quarantänemaßnahmen und die schwache globale Konjunktur. Diese führen zu einem Rückgang der Nachfrage nach ukrainischen Exporten und niedrigeren Geldtransfers der Arbeitsmigranten. Alle wichtigen Komponenten des Wirtschaftswachstums wie Industrieproduktion (Externer Link) Link zur Seite "Ukrainische Industrie leidet unter Coronakrise", Investitionen und Konsum werden 2020 deutlich sinken. Die Konjunktur wird sich voraussichtlich erst ab 2021 wieder erholen.

Nach ersten Schätzungen ist das BIP im 1. Quartal 2020 real um 1,5 Prozent gesunken. Den Höhepunkt der Krise erwartet die Nationalbank im 2. Quartal 2020 mit einem Minus von 11,3 Prozent. Dank früh eingeleiteter Quarantänemaßnahmen konnte die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Aktuell scheint der Höhepunkt der Pandemie in der Ukraine überwunden. Seit Mitte Mai 2020 treten schrittweise Lockerungen in Kraft. 

Im Vergleich zu früheren Krisen ist die Ukraine aktuell besser gerüstet. Das Land profitiert von der makroökonomischen Stabilisierung der vergangenen Jahre. Entscheidend bleibt dennoch die Unterstützung des IWF und weiterer Geber, um Steuerausfälle auszugleichen, das Budget zu finanzieren und den Schuldendienst zu leisten. Zwei im Frühjahr 2020 verabschiedete Gesetze - Öffnung des Bodenmarktes und Bankengesetz - machten den Weg für neue IWF-Kredite frei. Am 21. Mai 2020 wurde eine Grundsatzeinigung über ein IWF-Beistandsprogramm mit einem Volumen von 5 Milliarden US-Dollar (US$) erzielt, das ergänzt wird durch 3 Milliarden US$ von EU und Weltbank. Damit kann die Ukraine die sonst drohende Staatspleite vermeiden und durch die Krise kommen.