Wirtschaftsbeziehungen

Der größte Handelspartner der Ukraine ist - trotz des Konfliktes im Osten - immer noch Russland (2016: 11,5 Prozent), obwohl sich der Warenaustausch in diese Richtung in den letzten Jahren mehr als halbiert hat. An zweiter Stelle steht China (8,6 Prozent), gefolgt von Deutschland (7,6 Prozent) und Polen (6,5 Prozent).

Der deutsch-ukrainische Außenhandel erreichte in Summe im Jahr 2016 einen Wert von 5,5 Milliarden Euro und wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Prozent. Dabei legten die deutschen Exporte in die Ukraine um 23,3 Prozent und die Importe aus der Ukraine um 7,2 Prozent zu. Sollte sich diese Dynamik so fortsetzen, wird das bisherige Allzeithoch im deutsch-ukrainischen Außenhandel von insgesamt 8,2 Milliarden Euro im Jahr 2018, spätestens im Jahr 2019, übertroffen werden.

Die wichtigsten Warengruppen bei den deutschen Exporten sind der Maschinenbau mit einem Anteil von 20,4 Prozent, die chemischen Erzeugnisse mit 16,3 Prozent, Kraftfahrzeuge und KfZ-Teile mit 13,7 Prozent sowie pharmazeutische Erzeugnisse mit 6,8 Prozent. Dabei hat die Automobilsparte im Jahr 2016 mit einem Wachstum von 53,5 Prozent die größte Dynamik entwickelt, gefolgt vom Maschinenbau mit einem Zuwachs von 41,5 Prozent.

Bei den ukrainischen Importen nach Deutschland standen Automobilzulieferteile mit einem Anteil von 24,7 Prozent an erster Stelle. Hierbei handelt es sich um die Wertschöpfung im Rahmen von Lohnveredelungsprozessen, die Unternehmen mit ausländischem und in erster Linie deutschem Kapital in der Ukraine aufgebaut haben. Bayerische Unternehmen wie „Kromberg & Schubert“ und „Leoni“ stehen dabei an erster Stelle.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse stehen beim Import ukrainischer Produkte nach Deutschland mit 10,7 Prozent an zweiter und die Metallurgie mit 9,8 Prozent an dritter Stelle. Die Bekleidungs­industrie erreicht mit 9,2 Prozent die vierte und die Nahrungs- und Futtermittel­industrie mit 7,6 Prozent die fünfte Position. Die größte Dynamik entwickelte dabei mit 59,3 Prozent die Warengruppe „Elektrische Ausrüstungen“, gefolgt von landwirtschaftlichen Produkten mit 48,9 Prozent sowie Nahrungs- und Futtermitteln mit 30,9 Prozent. Gleichzeitig brach der Import metallurgischer Produkte um satte 19,8 Prozent ein.

Der Wert der bayerischen Ausfuhren in die Ukraine stieg im Jahr 2016 auf 417 Millionen – von 300 Millionen im Vorjahr, was eine Steigerung um ganze 39 Prozent ausmacht. Damit bilden diese aber nur 2,3 Prozent des gesamten bayerischen Exports ab. Die ukrainischen Einfuhren nach Bayern stiegen im selben Zeitraum wertmäßig um 8,4 Prozent und erreichten damit 237 Millionen Euro (1,4 Prozent der Einfuhren insgesamt).

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