Fakten

Die Türkei gehört mit ihren rund 78,7 Millionen Einwohnern (2015) und einem Bruttoinlands­produkt von etwa 735,7 Milliarden USD (2016) zu den wohlhabendsten Ländern in der Region und ist dort auch einer der wichtigsten Handelspartner für die westlichen Länder. Das durch­schnitt­liche Wirtschaftswachstum der letzten zehn Jahre lag bei rund 4,7 Prozent und war sehr dynamisch. Vor allem in der Westtürkei sind die Leicht- und Schwerindustrie stark vertreten (Textil, Fahrzeuge, Chemie, Maschinen, Elektrobranche). Diese Industrien machen rund ein Viertel des BIPs aus. Den größten Anteil am BIP hat der Dienstleistungssektor mit weiter steigender Tendenz, wobei der Finanzsektor an erster Stelle steht, gefolgt vom Tourismus. Laut Angaben der Weltbank arbeiten noch über ein Drittel der Erwerbsbeschäftigten in der Land­wirtschaft und leisten einen Beitrag von knapp zehn Prozent zur gesamtwirtschaftlichen Produktion. Im infrastrukturell vergleichsweise geringer entwickelten Osten und Südosten wird überwiegend Semi-Subsistenz-Landwirtschaft betrieben.

Die Türkei befindet sich sowohl auf dem asiatischen als auch auf dem europäischen Kontinent. Die zwei Kontinente sind nur durch den Bosporus und die Dardanellen voneinander getrennt. Das Schwarze Meer im Norden, das Mittelmeer im Süden und die Ägäis stellen den größten Teil der Landesgrenzen der Türkei dar. Die Landesfläche der Türkei umfasst über 780.000 km². Damit ist die Türkei mehr als doppelt so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Ihre Nachbarländer sind Bulgarien, Griechenland, Syrien, Irak, Iran, Aserbaidschan, Armenien und Georgien. Das Land bildet einen Brückenkopf zwischen der Region um das Kaspische Meer, dem Nahen und Mittleren Osten und Europa. Die Hauptstadt der Türkei ist Ankara und das Land ist in 81 Provinzen unterteilt.

Die Verstädterung ist weit vorangeschritten: rund 92 Prozent der Bevölkerung leben heute in Städten. Insbesondere die Metropolen im Westen des Landes sind dicht bevölkert, während der Osten und Südosten nur dünn besiedelt sind. Obwohl Ankara die Hauptstadt ist, zählt Istanbul als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Türkei. Mit mehr als 14 Millionen Einwohnern ist sie die größte und bevölkerungsreichste Stadt des Landes (Stand: 2015). Die Türkei hat 20 Metropolen mit jeweils mehr als einer Millionen Einwohnern. Darunter haben die folgenden Städte wirtschaftlich eine besondere Bedeutung: Ankara, Izmir, Bursa, Konya, Antalya, Adana, Gaziantep. Diese Städte sind Industriestandorte, die sich in den letzten dreißig Jahren positiv entwickelt haben und als „Anatolische Tiger“ bezeichnet werden. Außerdem haben diese Provinzen 2014 10,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Türkei ausgemacht. Die demographische Perspektive der Türkei ist ausgesprochen günstig. Die Hälfte der Türken ist jünger als 30 Jahre. Dies wiederum kurbelt den Binnenkonsum an. Türkisch ist die Amtssprache in der Türkei und die Muttersprache von rund 80 Prozent der türkischen Bevölkerung. Englisch, Deutsch und Französisch sind die weiteren Korrespondenzsprachen im türkischen Geschäftsleben.

Im Südosten werden seit Mitte der 1980er Jahre erhebliche Entwicklungsanstrengungen unternommen, z.B. das GAP (=Südostanatolien)-Projekt mit Staudämmen, Kraftwerken, Elektrifizierung, Bewässerungsanlagen, Straßen, Telekommunikation. Die Türkei gilt als das europäische Tor zum arabischen und kaukasischen Raum. Aufgrund der geographischen Lage kommt der Türkei eine Schlüsselrolle in der Flüchtlingspolitik Europas zu. Politische Stabilität der Türkei und die Aufrechterhaltung demokratischer Strukturen ist von großer Bedeutung für die Türkei und für die türkisch-europäischen Beziehungen.

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