Fakten

Tschechien gehört mit seinen 10,5 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von rund 170 Milliarden Euro (Schätzung für 2016) zu den wohlhabendsten Ländern in Mittelosteuropa und ist in dieser Region auch einer der wichtigsten Handelspartner für die westlichen Länder. 

Wirtschaft

Das Wirtschaftswachstum in Tschechien erreichte 2015 den höchsten Wert seit 2007 und betrug 4,5 Prozent. 2016 wuchs die Wirtschaft um 2,4 Prozent und für 2017 werden 2,5 Prozent erwartet. Die EU-Kommission bleibt auch für das Folgejahr sehr zuversichtlich. Wachstumsraten wie diese sichern Tschechien einen Platz deutlich oberhalb der Erwartungen zur durchschnittlichen Entwicklung in Europa. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent wie im Oktober 2016 (Eurostat) ist Tschechien in der EU ein Musterschüler. Nach Angaben von Eurostat liegt die Staatsverschuldung mit 40,3 Prozent (2015) des Bruttoinlandsprodukts signifikant unter der Maastricht-Grenze von 60 Prozent und ist in Relation zum Bruttoinlandsprodukt zuletzt sogar gesunken. Große Veränderungen sind in puncto Staatsverschuldung derzeit nicht in Sicht. Gewichtige Unterschiede hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation bestehen zwischen dem Gebiet rund um die Hauptstadt Prag mit ihren mehr als 1,2 Millionen Einwohnnern und den Regionen im Norden und Osten des Landes.

Die tschechische Wirtschaft ist stark auf die Industrie und insbesondere auf die Automobilindustrie ausgerichtet. Fast ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts entfällt auf den industriellen Sektor, der eng mit der deutschen Industrie verzahnt ist. Nicht umsonst ist die Bundesrepublik der wichtigste Außenhandelspartner Tschechiens, mit dem das Land rund ein Drittel seines Außenhandels abwickelt. Das Volumen betrug 2015 insgesamt rund 270 Milliarden Euro. Die Politik bemüht sich derzeit, die wirtschaftlichen Beziehungen des Landes stärker zu diversifizieren.

Währung

Die Währung des Landes ist die Tschechische Krone. Nach der Euroeinführung hat die Krone gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung kontinuierlich aufgewertet. Seit 2013 stemmte sich die Zentralbank mit Interventionen auf dem Devisenmarkt gegen ein weiteres Erstarken der Krone gegenüber dem Euro und hielt den Mindestkurs von 27 Kronen pro Euro. Im April 2017 beendete die Notenbank diese Interventionen, was zu einer neuerlichen Aufwertung der Krone führen dürfte. Die Einführung des Euros ist in Tschechien nicht vor dem Jahr 2020 zu erwarten. Für einen exakten Fahrplan fehlt derzeit der politische Wille.

Möglichkeiten