Geschäftschancen

Die Tschechische Republik ist für bayerische Unternehmen ein immer wichtigerer Geschäftspartner. Der starke Fokus auf den Fahrzeug- und Maschinenbau passt hervorragend zur Wirtschaftsstruktur im Freistaat und sorgt für einen regen Handelsaustausch. Aktuell sind besonders Lösungen aus dem Feld "Industrie 4.0" gefragt, die beim Prozess der Automatisierung und der digitalen Vernetzung der Produktion helfen. Hier orientiert sich Tschechien an den deutschen Erfahrungen und Normen.

Vor allem in den Großstädten Prag, Brno und Ostrava entwickelt sich zudem eine lebhafte Start-up-Szene. Im Umfeld der Technischen Universitäten gründen sich interessante Unternehmen aus, die einen internationalen Fokus haben und weltweit auf der Suche nach Geschäftspartnern sind. Bei den Forschungsausgaben gehört die Tschechische Republik zu den Vorreitern in Mittelosteuropa. Viele bayerische Unternehmen nutzen bereits die hohe Ingenieursdichte und den Erfindergeist, um im Nachbarland neue Produkte entwickeln zu lassen. Die Delegation der Bayerischen Wirtschaft und die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (DTIHK) widmen sich dem Thema Innovation und Digitalisierung sehr intensiv. 2015 haben sie gemeinsam als erste das Thema Industrie 4.0 in Tschechien auf die Agenda gebracht und auch die tschechische Regierung überzeugt, eine Strategie zu entwickeln. Ein Jahr später gingen die DTIHK und die Delegation der Bayerischen Wirtschaft einen Schritt weiter: Mit dem Start-up-Wettbewerb „Connect Visions to Solutions“ unterstützen sie eine enge Zusammenarbeit zwischen starken Industrieunternehmen und kreativen, dynamischen Start-ups aus Tschechien und Deutschland. Das Topthema für 2017 hieß „Intelligente Infrastruktur“ und soll die Kraft von Schlüsselunternehmen aus verschiedenen Branchen bündeln, bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle helfen und die Unternehmen mit agilen Startups und Städten zusammenbringen.

Großer Nachholbedarf besteht in Tschechien auf dem Gebiet der Umwelttechnik. Produkte und Dienstleistungen rund um erneuerbare Energien, Abfall- und Wasserwirtschaft oder Energieeffizienz sind gefragt. Ihre Anwendung wird häufig mit Fördermitteln der EU sowie aus staatlichen Quellen unterstützt.

In der aktuellen Förderperiode stehen für die Tschechische Republik bis 2020 rund 24 Milliarden Euro aus EU-Fonds zur Verfügung. Damit werden Straßen und Schienenwege ausgebaut, Schulen und Krankenhäuser modernisiert, Altlasten beseitigt oder die technische Erneuerung von Industriebetrieben unterstützt. Interessante Absatzchancen bieten sich in der Gesundheitswirtschaft und im stark wachsenden Fremdenverkehr.

Interessant sind die böhmischen und mährischen Regionen auch für bayerische Handwerksbetriebe. Vor allem in Nischen wie dem hochwertigen Innenausbau oder dem Denkmalschutz sind deutsche Qualität, Service und Effizienz gefragt.

Die steigenden Einkommen in Tschechien sorgen außerdem für wachsendes Interesse an bayerischen Konsumgütern und Lebensmitteln. Wegen der niedrigen Arbeitslosigkeit steigen die Löhne überdurchschnittlich schnell und verbessern so das Verbraucherklima. Dank der aufwertenden Landeswährung Krone steigt die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten aus dem Euroraum.

Möglichkeiten