Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Tschechien sind außerordentlich eng. Fast ein Drittel seines Außenhandels wickelt Tschechien mit Deutschland ab, womit Deutschland der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Landes ist. Auch für Deutschland ist Tschechien von großer Bedeutung. Nach Polen ist die Tschechische Republik der zweitwichtigste Handelspartner in Mittel- und Osteuropa. Die Exporte aus Deutschland ins Nachbarland erreichten 2015 einen Wert von 33,2 Milliarden Euro, die Importe schlugen mit 46,2 Milliarden Euro zu Buche. Als größter ausländischer Investor in Tschechien ist Deutschland für etwa 20 Milliarden Euro Gesamtinvestitionen in der Zeit von 1993 bis einschließlich 2015 verantwortlich.

Die wichtigsten tschechischen Exportgüter entstammen dem Fahrzeugbau oder sind Elektroprodukte (jeweils etwa 20 Prozent Gesamtanteil in 2015), dicht gefolgt von Maschinenteilen (18 Prozent). Deutschland exportierte seinerseits vor allem Maschinenteile (etwa 18 Prozent Gesamtanteil in 2015), daneben Produkte aus den Bereichen Fahrzeugbau (14 Prozent) und Elektroprodukte (13 Prozent).

Bayerns Anteil am deutsch-tschechischen Außenhandel macht nahezu ein Viertel des Gesamtumsatzes aus. Damit ist der Freistaat im Vergleich mit den weiteren Bundesländern der wichtigste Handelspartner Tschechiens. Mit einem Handelsvolumen zwischen Tschechien und Bayern von rund 19,5 Milliarden Euro in 2016 belegt Tschechien im bayerischen Außenhandel den 1. Platz der Länder in Mittel-, Ost- und Südeuropa (2015) und den 6. Platz weltweit. Die bayerischen Importe aus Tschechien beliefen sich 2016 auf rund 13,2 Milliarden Euro, die Exporte nach Tschechien auf rund 6,3 Milliarden Euro.

Heute pflegen über 3.000 bayerische Unternehmen Geschäftsbeziehungen nach Tschechien. Ungefähr 350 bayerische Firmen sind mit Niederlassungen in Tschechien vertreten, gut 166 davon mit eigenen Produktionsstätten: Firmen wie Gerresheimer oder STREICHER sind in Tschechien aktiv und produzieren seit Jahren erfolgreich vor Ort. Umgekehrt gibt es aber auch tschechische Investoren in Bayern, z.B. hat Škoda Transportation 2013 die Tochtergesellschaft Škoda Transportation Deutschland mit Sitz in München gegründet.

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